Exponat des Monats

Mai 2026

Milchzentrifuge mit Handkurbel

Bei dem Exponat des Monats Mai handelt es sich um eine handbetriebene Milchzentrifuge, auch Separator oder Milchschleuder genannt, aus den 1930er Jahren.

Das Gerät diente der Trennung von Rohmilch in Rahm (Sahne) und Magermilch und war insbesondere für kleinere landwirtschaftliche Betriebe sowie für die private Herstellung von Butter und Käse von großer Bedeutung, da es unabhängig von einer Stromquelle betrieben werden konnte.

Die Funktionsweise basiert auf dem physikalischen Prinzip der Fliehkraft. Durch das Drehen einer Handkurbel wird eine Trommel im Inneren des Geräts in schnelle Rotation versetzt. Dabei wird die schwerere Magermilch nach außen gedrückt, während sich der leichtere Rahm in der Mitte sammelt und beides über    separate Ausläufe abgeführt wird. Für eine     optimale Trennung sollte die Milch eine Temperatur zwischen 30 °C und 45 °C aufweisen. Über eine sogenannte Rahmschraube lässt sich zudem die Konsistenz beziehungsweise der Fettgehalt des Rahms regulieren.

Die Milchzentrifuge besteht aus Holz und Stahl und misst etwa 45 cm in der Höhe sowie 27 cm im Durchmesser.

Hergestellt wurde sie von den „Standard-Werke“ in Werl, die ursprünglich als „Standard Separator GmbH“ um 1919/1920 gegründet wurden. Das Unternehmen entwickelte sich von einem Produzenten von Milchentrahmungszentrifugen zu einem spezialisierten Hersteller von Präzisionsrohren aus Kupfer und Kupferlegierungen und steht bis heute für eine lange Tradition in der Metallverarbeitung. In der Anfangszeit umfasste das Produktspektrum neben Milchzentrifugen auch Blutseparatoren und Buttermaschinen für Hausmolkereien.

Das vorliegende Exponat wurde dem Heimatverein Grevenbrück als Schenkung von Frau Mia Griese im Jahr 2007 überlassen und gibt einen anschaulichen Einblick in die technische Ausstattung und Arbeitsweise der Milchwirtschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Text: Manfred Graf             Foto: Museum der Stadt Lennestadt