Oktober 2026
„Moselpeter“
Das Gemälde Moselpeter von Reinhold Bicher aus dem Jahr 1934 zeigt den Grevenbrücker Peter Hargarten (1857–1953). Er war im Ort unter dem Namen „Moselpeter“ bekannt. Peter Hargarten stammte aus Marlberg an der Mosel. Als junger Mann kam er nach Grevenbrück und arbeitete hier 65 Jahre in der Chemischen Fabrik.
Das Gemälde ist charakteristisch für die Werke des Künstlers, der viele heimische Personen portraitierte. Reinhold Bicher wurde 1895 in Förde geboren. Er absolvierte nach dem Ersten Weltkrieg eine Ausbildung an der Werkkunstschule in Magdeburg und studierte anschließend an der Kunstakademie München. Zu seinem umfangreichen Werk gehören unter anderem Porträts, Landschaften, Arbeiterszenen und regionale Motive. Der regionale Bezug ist für Bichers Schaffen besonders bedeutsam.
Einen großen Teil der Werke von Reinhold Bicher überließ die Familie des Künstlers dem Heimatverein Grevenbrück. Sie stehen dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung.
Auch das Bild links zeigt den “Moselpeter“. Hier bei seiner Arbeit in der „Chemischen“, genauer gesagt beim Reinigen von Glasballons, die zum Transport von Säuren verwendet wurden. Die Chemische Fabrik in Grevenbrück nahm in den 1870er Jahren ihren Betrieb auf.
Bei der Darstellung handelt es sich um eine Reproduktion nach einer Vorlage von J. Birkelbach aus Grevenbrück.
Der „Moselpeter“ steht stellvertretend für die zahlreichen Arbeitskräfte, die über Jahrzehnte die industrielle Entwicklung Grevenbrücks prägten. Gleichzeitig vermittelt die Darstellung des Reinigens der Glasballons einen Einblick in die Arbeitsabläufe des historischen Chemiebetriebs.

Text: Manfred Graf Foto: Museum der Stadt Lennestadt

