Januar 2010


Gerd Schauerte mit der legendären „500/1“

In den dritten Monat geht jetzt die Sonderausstellung „Wir machen Musik…! Musik und Gesang im Sauerland von 1850 – 1980“ im Museum der Stadt Lennestadt. Die Besucherzahlen sind überdurchschnittlich gut. Interessierte kommen aus dem ganzen Kreis Olpe und darüber hinaus. Als „Exponat des Monats Januar“ wird auch in diesem Monat ein Objekt aus der großen Sammlung der Musikinstrumente genommen: eine Höfner Violinen-Bass-Gitarre Modell „500/1“ aus den 60er Jahren.

Unsterblichen Ruhm erhielt dieses Bassgitarren-Modell durch Paul McCartney, Mitglied der legendären Beatles. Im Jahre 1961 kaufte Paul McCartney in einem Hamburger Laden seinen ersten Höfner-Bass, das Modell „500/1“, und spielte damit viele unvergessliche Songs der Beatles. Für ihn als Linkshänder war der seitensymmetrische Bass das richtige Modell. Paul McCartney spielt das Nachfolge-Modell heute noch.

Gebaut wurde der vorgestellte Violin-Bass im Jahre 1969 von der Firma Karl Höfner in Bubenreuth. Dieses Unternehmen wurde 1887 vom Geigenbaumeister Karl Höfner in Schönbach gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich bald zu Deutschlands größtem Hersteller auf dem Gebiet der Streich- und Zupfinstrumente. Handwerkliches Können rechtfertigte schon vor dem Ersten Weltkrieg einen Ruf, der weit über die Grenzen Deutschlands hinausreichte. 1955 hatte Walter Höfner, ein Sohn des Firmengründers, die Idee, einen elektrisch verstärkten Halbresonanz-Bass zu bauen. So entstand das unverwechselbare Design seines Basses, den er 1956 unter der Bezeichnung „500/1“ auf der Frankfurter Musikmesse erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Auch heute setzt Höfner gerade bei Konzertgitarren mit Neu- und Weiterentwicklungen immer wieder Maßstäbe auf dem Weltmarkt.

Eigentümer und Leihgeber dieses ausgestellten Violin-Basses ist Gerd Schauerte aus Meggen. Er kaufte dieses Instrument von Georg Bicher, von der Band „The Firebirds“. Der Geigen- und Gitarrenbauer Willy Hödl, der 1949 aus dem Sudetenland nach Meggen kam, vertrieb neben seinen eigenen Produkten ebenfalls Höfner-Instrumente. Gerd Schauerte weiß zu berichten: „Seine Werkstatt war immer ein Treffpunkt für viele Musiker. Durch Willy Hödl kam auch ich zu meiner ersten Bass-Gitarre.“

Die 1960er Jahre waren die große Zeit der Beat-Bands auch im Sauerland. Allein im späteren Lennestadt und der Gemeinde Kirchhundem traten in dieser Zeit zehn einheimische Bands auf. Sie spielten die neuen Sounds der Beatles und der Rolling-Stones, setzten auf elektronisch verstärkte Musik und erschütterten so die traditionelle Musik- und Tanzkultur.

Gerd Schauerte war Gründungsmitglied der „Red Devils“ aus Meggen. Im Frühjahr 1964 wurde diese Band gegründet. Er erinnert sich noch heute an diese Zeit: „Geprobt wurde im Jugendheim in Meggen und im „alten Musiksaal“ in Maumke, einer umgebauten Scheune bei der Gaststätte Hufnagel. Wir bekamen im Jahre 1965 leistungsstarke Verstärker. Unsere Stücke bekamen immer mehr Beatcharakter.“

Am 17. Januar 2010 findet unter der Leitung von Gerd Schauerte, der übrigens auch eine Schrift zum Thema „Beat und Rock im Kreise Olpe“ veröffentlicht hat, eine Sonderführung zum Thema „Beatbands der 60-er Jahre“ in den Museumsräumen statt.

Zu sehen ist dieses legendäre Musikinstrument im Museum der Stadt Lennestadt
am Sonntag, dem 03. Januar 2010, von 14 -17 Uhr.
An Werktagen ist das Museum
dienstags von 9 -12 u. 14 -16 Uhr und
donnerstags von 9 -12 u. 14 -18 Uhr geöffnet.
Während der Dauer der Sonderausstellung ist das Museum bis auf weiteres
auch sonntags geöffnet.

Der Eintritt ist frei.