Februar 2018

Jetzt im Winter hat man nachts bei wolkenfreiem Himmel die Möglichkeit, die Sterne des Himmels lange und genau zu betrachten. Zur Orientierung am Sternenhimmel können Sternkarten dienen, insbesondere drehbare Sternkarten, die nach Datum und Zeit einstellbar sind. Eine solche drehbare Sternkarte stellt das Museum der Stadt Lennestadt als „Exponat des Monats Februar“ vor. Die Karte – sie hat leichte Abnutzungserscheinungen – ist eine Leihgabe von Engelbert Stens aus Grevenbrück, der sie von seinen Großeltern übernommen hat.
Die vorliegende drehbare Sternkarte wurde im Jahr 1900 von A. Klippel, Dortmund, herausgegeben. Es ist eine einfache Sternkarte aus Pappe, bestehend aus nur zwei Scheiben, wobei die kleinere Deckscheibe das Fenster enthält. Auf der Sternscheibe ist der Himmel abgebildet: Sternbilder, einzelne Sterne bis zur 4. oder 5. Größenklasse und einige größere Himmelsobjekte wie Sternhaufen und Nebel. Es ist alles vorhanden, was an einem bestimmten Breitengrad im Laufe eines Jahres beobachtbar ist. Solche drehbaren Sternkarten, die man fachmännisch „Planisphären“ nennt, wurden früher und werden auch noch jetzt für Sternenbeobachtungen im Freien verwendet.

Die Sternkarte zeigt den „Sternenhimmel zu jeder Stunde des Jahres“, so sagt es der Titel dieser Karte. Die präsentierte Karte ist eine Ausgabe für Mittel-Europa und als einunddreißigste Auflage erschienen. Sie ist nach Datum und Zeit einstellbar und für den Blick nach Süden ausgelegt. Die Einstellung der Karte ist relativ einfach. Wenn man zum Beispiel die Sternenkonstellation um Mitternacht sehen will, dreht man die Scheibe in der Weise, dass der gewünschte Tag und Monat direkt in der Mitte des Kartenausschnittes von „Nachts 12 Uhr“ erscheinen. Man erkennt dann die Lage des Nordpols und den Polarstern sowie den Nördlichen Polarkreis, und ringsherum sieht man die altbekannten Sternenbilder, wie zum Beispiel den großen und den Kleinen Bären, Castor und Pollux und viele andere. Der abgebildete Raumwinkel ist allerdings wesentlich größer als der Sehwinkel des Menschen.

Die Sternenkunde, fachmännisch „Astronomie“ genannt, ist die Wissenschaft von den Gestirnen. Die Anfänge dieser wohl ältesten Wissenschaft liegen im Nachdenken über die Himmelserscheinungen, in der kultischen Verehrung der Gestirne und im Erarbeiten von Kalender bzw. Zeitbestimmung. In einem jahrtausendelangen Prozess waren sie gut erkennbar in Mesopotamien und Griechenland. Seit etwa 1800 gibt es eine eigene Studienrichtung der Astronomie an den Universitäten. Als anerkannt älteste Darstellung ganzer Sternbilder gelten altägyptische Abbildungen. Im Jahr 1999 wurde in Sachsen-Anhalt die „Himmelsscheibe von Nebra“ entdeckt. Dieses Artefakt der frühen Bronzezeit Mitteleuropas gilt als einer der wichtigsten archäologischen Funde aus dieser Epoche, ihr Alter wird auf 3700 bis 4100 Jahre geschätzt. Diese Himmelsscheibe von Nebra ist eine kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold und stellt offenbar astronomische Phänomene und religiöse Symbole dar.

Zu sehen ist diese historische Sternkarte im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, den 4. Februar 2018, von 14 -17 Uhr. An Werktagen ist das Museum dienstags von 9 -12 und 14 -16 Uhr sowie donnerstags von 9 -12 und 14 -17.30 Uhr geöffnet.
Der Eintritt in das Museum ist frei.

Text: Walter Stupperich
Foto: © Museum der Stadt Lennestadt