Allgemein

Juni 2010

Altes Kirchenfenster aus Elspe

Ein über 110 Jahre altes Kirchenfenster aus der Kath. Pfarrkirche Elspe wurde vom Museum der Stadt Lennestadt als Exponat des Monats ausgewählt. Dieses Kirchenfenster musste in den 1960er Jahren einem Umbau infolge der Vergrößerung der Sakristei weichen. Die Katholische Pfarrgemeinde Elspe stellte das Fenster kürzlich durch Pfarrer Koke dem Museum als Leihgabe zur Verfügung. 

 

Dieses 260 x 90 cm große Kirchenfester im Blumen-Dekor leuchtet bei entsprechenden Lichtverhältnissen in den buntesten Farben. Alle Glaselemente sind in Bleirähmchen gefasst. Beherrschender Mittelpunkt des Fensters ist die Figur eines jungen Mannes in einem weißen Chorrock. Er trägt eine Krone auf dem Kopf. Dieser wird von einem Heiligenschein umgeben. In der rechten Hand trägt die Figur eine Schale mit Broten. Die linke Hand hält einen Totenschädel. Im oberen Teil des Kirchenfensters ist eine Burganlage mit Wehrtürmen und einer Kapelle zu sehen. Im unteren Teil des Fensters ist folgende Schrift angebracht: „J.p.m. Vicarii Godefridi Padberg  +12.6.1897  Discipuli grati“. Die Abkürzung „J.p.m.“ steht für „In perpetuam memoriam“. Übersetzt heißt es in der Fensterinschrift „Zum ewigen Gedenken an Vikar Gottfried Padberg, gestorben am 12.6.1897. Die dankbaren Schüler.“

 

Sowohl aufgrund dieser Widmung von den „dankbaren Schülern“ als auch von den abgebildeten Attributen des Heiligen her, gehen wir von der Vermutung aus, dass es sich bei dieser Figur im Kirchenfenster um den heiligen Aloysius (1568-1591) handelt. Papst Benedikt  XIII. erklärte ihn im Jahre 1729 zum Schutzheiligen für junge Studenten. Im Jahre 1926 wurde er von Pius XI. zum Schutzheiligen der christlichen Jugend erklärt.

 

In der von Pfarrer Dr. Joseph Brill verfassten „Geschichte der Pfarrei Elspe“ (1948) steht über den Vikar Padberg u.a. folgendes geschrieben: „Besonders bekannt gemacht hat er sich noch und unvergesslich in vielen Herzen durch Vorbereitung der Jungen, welche studieren wollten. Das war sein Sondergebiet. Seine Schüler haben ihn durch zwei Kirchenfenster seitwärts vor dem Chor verewigt.“ Entsprechend gewürdigt wird Vikar Padberg auch auf seinem Totenzettel: „Mit besonderer Liebe widmete er sich der Heranbildung junger Leute zu den höheren Studien, und viele, die jetzt eine hohe Stelle im Leben bekleiden, betrauern in ihm ihren geliebten Lehrer. In jeder Beziehung war er das Muster eines Priesters.“

 

Vikar Gottfried Padberg wurde am 21.09.1835 in Winkhausen geboren, er empfing die hl. Priesterweihe am 22.8.1858. Ab dem 01. Dezember 1864 bis zu seinem Tode am 12.6.1897 war Vikar Padberg zuständig für die Vikarie „Beatae Mariae Virginis“ in Elspe.

 

Achim Ordyniec vom Kirchenvorstand in Elspe sagt zu der Präsentation des alten Kirchenfensters: „Es freut mich, dass das Gedenken an den früheren Elsper Vikar Gottfried Padberg nun im Museum der Stadt Lennestadt weitergeführt wird.“ Von der Museumsleitung ist geplant, das Kirchenfenster in die Dauerausstellung des Museums zu übernehmen.
(Text: Walter Stupperich)

 

Zu sehen ist dieses Zeugnis dankbarer Schüler an ihren Lehrer und Priester jetzt im Museum der Stadt Lennestadt.
Das Museum ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14 – 17 Uhr sowie dienstags von 9 -12 u. 14 -16 Uhr und donnerstags von 9 -12 u. 14 -18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei.