August 2012

ADLER-Schreibmaschine
„Modell 7“ (um 1910)

Eine über 100 Jahre alte Schreibmaschine wählte das Museum der Stadt Lennestadt zum „Exponat des Monats August“. Es handelt sich dabei um die legendäre Adler-Schreibmaschine „Modell 7“. Sie ist Eigentum des Heimat- und Verkehrsvereins Grevenbrück e.V.

Die Adler-Schreibmaschine „Modell 7“ war die erste Schreibmaschine deutscher Produktion, deren Typen mittels Stoßstange auf die Walze geschlagen wurden. Dieses Prinzip konnte sich letztendlich gegenüber den Typenhebelmaschinen nicht durchsetzen. Dennoch erlangte die „Adler 7“ einen außerordentlichen Ruf wegen ihrer Robustheit. Die mechanische Schreibmaschine hatte ein dreireihiges Tastenfeld, eine doppelte Umschaltung und einen abnehmbaren Wagen. Die Typenstäbe (Stoßstangen) der „Adler 7“ bewegten sich auf einer gehärteten Stahlplatte, gelangten in einer festen Typenführung zum Anschlag und wurden so geführt, dass die Type stets in gleicher Höhe zum Anschlag kamen. Auch bei andauerndem, jahrelangen Gebrauch blieben Zeilengeradheit und genaue Stellung der Buchstaben anerkannte Vorzüge dieser Schreibmaschine. Die Tasten dieses Modells hatten bereits Zelluloidplättchen und Aluminiumtastenringe. Das Tastenfeld bestand aus drei Reihen mit je 10 Tasten, deren Anordnung im wesentlichen der Universaltastatur entsprach. Mit den 30 Tasten konnten mittels doppelter Umschaltung 90 verschiedene Zeichen geschrieben werden. Die Maschine hatte ein einfarbiges, 25 mm breites Farbband, eine Rückschalttaste und eine Randauslösetaste. Die Umschalttasten für Zeichen (Z) und Großbuchstaben (G) sowie Ein- und Ausrücktaste (E und A) waren links und rechts außerhalb des Maschinenrahmens angebracht.


© Museum der Stadt Lennestadt

Eine über 100 Jahre alte Schreibmaschine wählte das Museum der Stadt Lennestadt zum „Exponat des Monats August“. Es handelt sich dabei um die legendäre Adler-Schreibmaschine „Modell 7“. Sie ist Eigentum des Heimat- und Verkehrsvereins Grevenbrück e.V.

Die Adler-Schreibmaschine „Modell 7“ war die erste Schreibmaschine deutscher Produktion, deren Typen mittels Stoßstange auf die Walze geschlagen wurden. Dieses Prinzip konnte sich letztendlich gegenüber den Typenhebelmaschinen nicht durchsetzen. Dennoch erlangte die „Adler 7“ einen außerordentlichen Ruf wegen ihrer Robustheit. Die mechanische Schreibmaschine hatte ein dreireihiges Tastenfeld, eine doppelte Umschaltung und einen abnehmbaren Wagen. Die Typenstäbe (Stoßstangen) der „Adler 7“ bewegten sich auf einer gehärteten Stahlplatte, gelangten in einer festen Typenführung zum Anschlag und wurden so geführt, dass die Type stets in gleicher Höhe zum Anschlag kamen. Auch bei andauerndem, jahrelangen Gebrauch blieben Zeilengeradheit und genaue Stellung der Buchstaben anerkannte Vorzüge dieser Schreibmaschine. Die Tasten dieses Modells hatten bereits Zelluloidplättchen und Aluminiumtastenringe. Das Tastenfeld bestand aus drei Reihen mit je 10 Tasten, deren Anordnung im wesentlichen der Universaltastatur entsprach. Mit den 30 Tasten konnten mittels doppelter Umschaltung 90 verschiedene Zeichen geschrieben werden. Die Maschine hatte ein einfarbiges, 25 mm breites Farbband, eine Rückschalttaste und eine Randauslösetaste. Die Umschalttasten für Zeichen (Z) und Großbuchstaben (G) sowie Ein- und Ausrücktaste (E und A) waren links und rechts außerhalb des Maschinenrahmens angebracht.

Schmuckstück dieser technisch brillanten Büromaschine mit einem Gewicht von 10,8 kg  war das Firmendekor auf der Abdeckhaube. Hier waren die Herstellerangaben in Goldschrift angebracht: „ADLER“ sowie „Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer Aktiengesellschaft Frankfurt a/M.“ Über dieser Schrift prangte das Symbol des Ursprungs der Gesellschaft als Fahrradwerke ein goldfarbiger Adler mit einem Rad eines Fahrrades. An der Vorderfront der Abdeckhaube wies ein kleines Metallschildchen auf den Büromaschinenhändler hin: Ströher & Erdmann, Düsseldorf, Duisburg. Diese Firma gibt es heute noch in Düsseldorf.

Die Entstehung dieser Schreibmaschine ist insbesondere Heinrich Kleyer (1853 – 1932) zu verdanken. Kleyer, der zunächst in einer Importfirma in Hamburg tätig war, ging 1879 in die USA. Hier sammelte er Erfahrungen in einigen Industrieunternehmen. 1880 kam er zurück und gründete in Frankfurt/M eine „Maschinen- und Velociped-handlung“ und stellte zunächst Fahrräder her. 1895 gründete Heinrich Kleyer die „Adler Fahrradwerke, vorm. Heinrich Kleyer AG“ in Frankfurt a.M.  Im Jahre 1896 erwarb Kleyer von Wellington P. Kidder die Patente an der kanadischen „Empire“-Schreibmaschine und nahm dann in Deutschland die Schreibmaschinenproduktion auf. Er überarbeitete die „Empire“ und produzierte dann ab 1900 diese Maschine unter der Bezeichnung „Adler“ und schließlich unter „Adler 7“.

Während in den USA seit 1874 serienmäßig Schreibmaschinen hergestellt und in Handel und Verwaltung eingesetzt wurden, hielt sich in Deutschland die Auffassung, dass ein handgeschriebener Brief höflicher sei als ein mit der Maschine gefertigter. Erst seit den 1890er Jahren setzte auch hier mit der Zunahme der Büroarbeit ein wahrer Technikboom ein. Die seit 1901 von dem Gründer der „Adler Fahrradwerke“, Heinrich Kleyer, vertriebene „Adler Modell 7“ war die erste deutsche Schreibmaschine, die sich auch international mit großem Erfolg verkaufte. Der Kaufpreis für eine Maschine lag anfangs bei 300,00 Goldmark, ein für die damaligen Verhältnisse beträchtlicher Betrag. Da es anfangs noch keinen Büromaschinenhandel gab, wurde die „Adler“ zunächst über die Adler-Fahrradhändler verkauft

Die vorgestellte Schreibmaschine „Adler 7“ wurde um 1910 hergestellt. Leider sind die Gebrauchsspuren unübersehbar. Das einst goldfarbige Firmenlogo ist in über 100 Jahren ziemlich verblasst. Die Maschine funktioniert aber noch tadellos.

Zu sehen ist diese legendäre Adler-Schreibmaschine „Modell 7“ im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, dem 05. August 2012, von 14 -17 Uhr. An diesem Tag ist auch die Handarbeitsstube im Museum geöffnet. Es wird gewebt, die Spinnräder surren und alte Handarbeitstechniken werden vorgeführt. Auch während der wöchentlichen Öffnungszeiten ist das „Exponat des Monats“ zu besichtigen und zwar dienstags von 9 -12 u. 14 -16 Uhr und donnerstags von 9 -12 u. 14 -18 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei.

(Text: Walter Stupperich)