November 2013

Inhalationsapparat
(um 1910)

 

Der Herbst kommt in Fahrt, die milden Oktobertage sind Vergangenheit. Es werden stürmische Zeiten anbrechen mit nasskaltem Wetter. Im November erreichen die Erkältungskrankheiten einen ersten Höhepunkt. Dieser Zeit entsprechend präsentiert das Museum der Stadt Lennestadt ein antikes Inhalationsgerät als „Exponat des Monats November“, das vor rund 100 Jahren schon zur Bekämpfung der Erkältungskrankheiten eingesetzt wurde.

Der Hals kratzt, die Nase läuft, wir fühlen uns müde und abgeschlagen – wer kennt sie nicht, die typischen Erkältungssymptome? Experten bezeichnen die Erkältung auch als grippalen Infekt bzw. als Infektion der oberen Atemwege. Hier kann Inhalieren die Beschwerden lindern. Die Inhalationstherapie wird schon seit Tausenden von Jahren bei der Behandlung von Husten angewandt. In Indien wurden Blätter einer bestimmten Pflanze geraucht, um den Husten zu mildern. Bei uns rauchten früher Bergarbeiter Zigaretten, die mit Blüten und Blättern des Stechapfels gefüllt waren, um die oft berufsbedingten Atemwegserkrankungen zu mildern. Vom 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es dann Vernebler, die üblicherweise zur Inhalation von aerosolisierten Medikamenten genutzt wurden. 1955 entwickelte man den ersten mit Treibgas betriebenen Dosier-Inhalator. In den 1960er Jahren wurden Ultraschallvernebler, die hochfrequente akustische Energie nutzten, eingeführt. 1971 erfolgte die Zulassung des ersten mit Trockenpulver arbeitenden Inhalators.


Foto: Museum der Stadt Lennestadt

Das vom Museum der Stadt Lennestadt heute vorgestellte Inhalationsgerät, hergestellt um 1910, ist ein Vernebler nach Just Lucas-Championniere (1843-1913). Dieser französische Arzt, einer der hervorragendsten Ärzte des 19. Jahrhunderts, hat insbesondere die antiseptische Wundbehandlung in Frankreich gefördert. Das auf ihn zurückzuführende Gerät liegt dem Museum mit sämtlichem Zubehör in der Originalverpackung vor. Dieser Inhalator mit Federventil und Metallwinkel sowie auf einem Holzgriff festsitzendem Mundglas besteht aus Weißblech, das bereits Patina angesetzt hat. Das ganze Gerät steht auf einem ovalen Holzfuß.

Anwendung eines ähnlichen Inhalators

Auf der Originalverpackung ist die Gebrauchsanweisung aufgedruckt. Hier ein kleiner Auszug: „Um den Apparat benutzen zu können, füllt man den Dampfkessel bis zur Hälfte mit Wasser und bringt dieses durch die unter dem Kessel befindliche Spiritusflamme zum Kochen. Die zum Inhalieren verordnete medikamentöse Flüssigkeit füllt man in den Glasbehälter. Der sich in dem Kessel befindliche Dampf entweicht durch die Spitze der Metall- bzw. Glasröhre und saugt die in dem Gläschen befindliche Flüssigkeit auf, welche sich mit dem Dampfstrahl vermischt…… Die beigefügte konische Glasröhre hält den Dampf zusammen und ermöglicht hierdurch eine Einatmung ohne dass Gesicht usw. befeuchtet werden. …Nach Benutzung gieße man die Flüssigkeit aus dem Kessel heraus und reinige die Metallröhre, indem man hindurchbläst um das Antrocknen der Medizin in derselben zu verhüten….“
Text: Walter Stupperich

Zu sehen ist dieser über 100 Jahre alter Inhalationsapparat im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, dem 03. November 2013, von 14 -17 Uhr.

An Werktagen ist das Museum dienstags von 9 -12 und 14 -16 Uhr sowie donnerstags von 9 -12 und 14 -18 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei.